# Begegnungen in der Welt des Widersinns


Begegnungen in der Welt des Widersinns 2018


Inhaltsverzeichnis

Der Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene wird alle drei Jahre verliehen. 14 Autoren und Autorinnen, Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs, beschreiben in Erzählungen und Gedichten die Lebenssituation der Gefangenen im gegenwärtigen deutschen Strafvollzug. Schwerpunkt der diesjährigen Ausschreibung war das Thema “Begegnungen”. Die unbekannte und hinter den Mauern verborgene Welt des Gefängnisses gibt dieses Buch in authentischer und einfrücklicher Weise wieder. Texte die anrühren und das Fundament unserer gesellschasftlichen Ordnung hinterfragen.

# Inhalt
Zum Geleit 7
Thomas Galli
Von Mensch zu Mensch 9
Helmut H. Koch
Vorbemerkungen: Knast konkret 13
Prämierte Texte 27
J.B. Maelach
Gefängnis, das ist kein Ort, es ist ein Zustand! 29
John Doe
Pepe. Eine Begegnung der besonderen Art 51
Rero W.
Begegnung mit Gevatter T. 57
Streiflichter im Advent 61
August 65
März 2011 65
Spätsommer 67
Georgij Ebermann
Marienkäfer 69
Kenny Berger
Mein Leben und ich - Behind the Sun 77
Butterfly Effect 79
Krisztina Spielfeld
Begegnungen, die nie stattfanden 93
Helmut Pammler
Könnte ich nur 95
Mein Kind. Fragen 97
Hartmut Kahle
One day, Baby 99
Anna Rockel-Loenhoff
Die Würde des Menschen ist angreifbar 107
Helmut Pammler
Traurig aber wahr 113
Daniel Walochni
Entlassen 115
Linus Förster
Denn wer schreibt, hat noch die Hoffnung
auf ein Weiterleben 139
Stefan Adler
Drei Mal Drei 159
N. N.
Mein blauer Freund 173
Roland Orlando Moed
Unfreiheit, süße 177
Anhang 189
Aufruf 191
Die Autorinnen und Autoren 192
Die Jury 196
Satzung des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises
für Gefangene 198

# Schirmherrschaft
Thomas Galli
Jurist mit psychologischer Zusatzqualifikation (BA). Arbeit in den JVAs Arnberg, Straubing (Bayern) und Zeithain (Sachsen), zuletzt als Anstaltsleiter. Freiwillig aus dem Anstaltsdienst ausgeschieden, wegen Unvereinbarkeit mit seinen gefängniskritischen, abolitionistischen Veröffentlichungen. Seither als Rechtsanwalt tätig.

# Von Mensch zu Mensch
Thomas Galli

Was macht das Schreiben und das Lesen zu etwas so Besonderem? Wer schreibt, muss etwas in Gedanken, dann in Worte fassen, und das meist bewusster, klarer und tiefer, als wenn er die Worte nur aussprechen würde. Denn das geschriebene ist von viel längerer Dauer als das gesprochene Wort, und es trifft, zumindest wenn es wie die Beiträge in diesem Buch veröffentlicht wird, auf eine unbestimmbare Anzahl unbekannter Adressaten. Die Worte müssen dabei nicht nur gefasst, sondern in Zusammenhang gebracht werden, viel stärker, als dies etwa bei wenigen gesprochenen Sätzen der Fall wäre.

Das alles macht die Worte des Schreibers wirkungsvoller, und ihn selbst verletzlicher. Das Geschriebene wirkt nicht nur auf einen oder wenige Gegenüber, deren Meinungen, Interessen und Stimmungen man vielleicht einschätzen mag, und auf deren Reaktionen man wiederum reagieren, und das Gesagte erklären, relativieren, ergänzen oder widerrufen könnte. Geschriebene Worte können aus allen Perspektiven, auf Grundlage verschiedenster Interessen, Meinungen und Stimmungen rezipiert werden, ohne unmittelbare Möglichkeit der Nachfrage, und ohne Berücksichtigung der Stimmung, der Mimik, der Gestik des Schreibers. Das Geschriebene steht für sich, und ist doch verbindlich, da es jederzeit auf den Schreiber zurückfallen kann. Das macht die Besonderheit und den Wert, aber auch die Gefahr des geschriebenen Wortes aus.

Schreiben ist eine besondere Art der Kommunikation mit anderen, und mit sich selbst. Es eröffnet besondere Möglichkeiten. Man kann anderen schreiben, was man ihnen nie ins Gesicht sagen könnte. Schreiben, was nicht ausgesprochen werden kann. Aus Scham, oder aus Angst zu verletzen oder verletzt zu werden. Oder wenn niemand da ist, zu dem man etwas sagen könnte. Niemand, der einem zuhört, oder niemand, der einen versteht. Schreiben kann helfen Menschen zu erreichen, die man sonst nie erreichen könnte.

Schreiben kann auch helfen, einen Zugang zu sich selbst zu finden. Oft wird einem erst durch das Aufschreiben wirklich selbst bewusst, was man denkt oder fühlt. Manchmal wird es das durch die Rückmeldung der Leser des Geschriebenen, manchmal durch das spätere Lesen des selbst Geschriebenen. Schreiben hilft, verstanden zu werden und sich selbst zu verstehen. Aber Selbsterkenntnis ist schmerzhaft, sie schützt sich nicht umsonst durch eine meist unüberwindbare Hürde aus Scham.

Auch gibt der Schreibende, oft unwiderruflich, anderen etwas von sich preis. Er hat wenig Einfluss darauf, wenn das Geschriebene anders verstanden, anders gewertet wird, als es gemeint war. Der Ausdruck einer momentanen Stimmung kann noch Jahre später auf den Schreiber zurückfallen.

Die mit diesem Band durch den Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis prämierten Autorinnen und Autoren haben also nicht nur großes Können, sondern auch großen Mut bewiesen. Mut zur Selbsterkenntnis und Mut zur Offenbarung. Dieser Mut lohnt sich, und er lohnt sich umso mehr, als die literarischen Beiträge der Inhaftierten auch gelesen werden. Wer liest, tut dies in der Regel aus Interesse. Er will etwas erfahren, verstehen, lernen. Er öffnet sich für Neues. Er kann auf das Gelesene reagieren, und mit dem Schreiber, oder anderen Lesern, interagieren. Lesen bereichert, und die in diesem Band veröffentlichten Texte belegen beispielhaft, dass Schreiben auch eine bewundernswerte Kunst sein kann.

Durch das Lesen kann man sich in andere hineinfühlen, mit ihnen mitfühlen, sie verstehen lernen. Lesen fördert so nicht nur Erkenntnis, sondern auch Empathie.

Es geht dabei nicht um Verständnis für schädigendes Verhalten Einzelner. Es geht darum, den Menschen dahinter zu sehen und zu verstehen, und sich selbst im Umgang mit ihm.

Die allerwenigsten Straffälligen sind bösartige Menschen, denen es gerade darauf ankommt, anderen immer wieder Schaden zuzufügen. Jede und jeder von uns kann straffällig werden. In und hinter fast jeder Tat, mit der ein anderer geschädigt wird, steckt auch etwas anderes, das verstanden werden will. Dies zu erfassen ist unabdingbare Voraussetzung dafür, dass es sich in Zukunft anders Ausdruck verleihen kann als in der Schädigung anderer.

Hinzu kommt: Eine Tat trägt nichts Strafbares in sich. Strafbar wird sie durch allgemeine Zuweisung. »Im Namen des Volkes«. Das kann überhaupt nur notwendig, gerecht und sinnvoll sein, wenn es nicht einseitiger Ausdruck von Macht und Interessen, sondern ein wechselseitiger Prozess bleibt mit dem Ziel, schädigendes und strafbares Verhalten möglichst zu reduzieren. Nicht nur die Schreiber, auch die Leser dieses Buches, die sich damit offen, interessiert und zugewandt zeigen, leisten in diesem Prozess einen wichtigen Beitrag.

Unser Strafrecht ist nicht vernünftig. Es beruht eher auf Glauben, Vorurteilen, Impulsen von Angst und Wut, als auf Wissen oder auch nur reflektierten Erwägungen. Seine nach wie vor tragenden Säulen von Schuld und Vergeltung, die sich nur für sehr oberflächliche Betrachter durch den Deckmantel der gesamtgesellschaftlichen Nützlichkeit von Resozialisierung, Abschreckung und Opferwillen verhüllen lassen, sind rückwärtsgewandt, und machen wenig besser, aber vieles schlechter. Insbesondere der Freiheitsentzug in totalen Institutionen als Form von Strafe ist bei Lichte betrachtet längst überholt. Der Kreislauf von Gewalt und Schmerz wird so selten durchbrochen, sondern oft noch verstärkt. Vieles muss also noch verstanden, gelernt und umgesetzt werden, damit das Strafrecht einen wirksameren Beitrag zu einer sinnvollen Fortentwicklung der Menschheit mit weniger Gewalt untereinander leisten kann. Lernen wir aus den Beiträgen in diesem Buch.

Wer anderen Gewalt antut, oder einen schweren Schaden zufügt, der trennt, spaltet, schafft Gräben, verletzt. Wer andere zur Strafe inhaftiert, der trennt, spaltet, schafft Gräben, verletzt. Literatur dagegen verbindet. Sie verbindet über Raum und Zeit, und sie verbindet auch so gänzlich unterschiedliche Erfahrungswelten, wie sie das Leben in und außerhalb der Haft bilden. Inhaftierte berichten aus einer anderen Welt, einer Welt, mit der viele nichts zu tun haben wollen. Aber sie ist da, diese Welt, und sie wirkt nicht nur durch, sondern auch auf diejenigen zurück, die sich außerhalb der Mauern befinden. Ob sie wollen oder nicht. Es gibt keine Flucht vor dieser Realität. Sie zu verleugnen, oder sie sich als notwendig, sinnvoll oder gar schön zurechtzuphantasieren, macht alles nur schlimmer. Auch daher ist es so wichtig und wertvoll, wenn Inhaftierte schreiben, und wenn sie gelesen werden. Nicht von oben nach unten, auch nicht von unten nach oben. Von Mensch zu Mensch.


Lieber Thomas Galli, wir haben uns sehr gefreut, dass Sie sich als Schirmherr des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises für Gefangene zur Verfügung gestellt haben, und möchten uns herzlich dafür bedanken. Als ich in der Zeitung las: »Gefängnisdirekter tritt zurück: Das Gefängnis ist ein überholtes Prinzip, es macht keinen Sinn«, empfand ich dies als eine sehr positive Meldung. Ich fand es wichtig. dass endlich überhaupt jemand über den Strafvollzug in Deutschland Klartext spricht, dass dies jemand ist, der viele Jahre im Knast gearbeitet hat und dies als Gefängnisdirektor an exponierter Stellung tut. Das war und ist ein wichtiges Zeichen angesichts dessen, dass in der Öffentlichkeit überhaupt nicht und wenn, dann in bekannten Klischees gesprochen wird. Als Folge der Föderalismusreform, in der sich Debatten über grundlegende Irrtümer und Versäumnisse angeboten hätten, ist nun eine noch größere Sprachlosigkeit ausgebrochen, da die Übertragung der Zuständigkeiten für den Strafvollzug auf die Bundesländer zu einer beträchtlichen Unübersichtlichkeit geführt hat. Möglicherweise trägt Ihr Schritt hier und da endlich wieder zu einer größeren Nachdenklichkeit bei. Ein Zeichen der Ermunterung ist Ihr Schritt, wie im übrigen auch Ihr schönes Geleitwort in dieser Anthologie, ebenfalls für die schreibenden Gefangenen. Bei der Lektüre der Texte der Gefangenen kommen mir diese in ihrer Konkretheit, aber auch in den kritischen Reflexionen wie ein lebendiger Beleg, ja Beweis Ihrer fundamentalen Kritik am Gefängniswesen vor. »Auch daher ist es so wichtig und wertvoll, wenn Inhaftierte schreiben, und wenn sie gelesen werden. Nicht von oben nach unten, auch nicht von unten nach oben, Von Mensch zu Mensch.« Eine wunderbare Formulierung, die wohl auch ihre Brisanz hat über den Dialog mit Gefangenen hinaus.



# Knast konkret
Helmut H. Koch Vorbemerkungen: Knast konkret

Der Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene wird seit seiner Gründung, 1989 erschien die erste Anthologie, alle drei Jahre verliehen. An der aktuellen Ausschreibung haben sich auch diesmal wieder über 200 Gefangene mit mehreren hundert Texten beteiligt. Die hohe Beteiligung zeigt, wie wichtig das Schreiben nach wie vor für die Gefangenen ist, für die Beschreibung der Wirkungen des Strafvollzugs, für die Auseinandersetzung mit sich selbst und mit andern Menschen im Gefängnis, für eine kritische Erörterung der fragwürdigen Konstruktion des Gefängnisses, für die Herstellung von Kontakten zwischen der Welt des Strafvollzugs und der Welt draußen. Vielleicht sogar einen Dialog anzuregen über Alternativen zum bestehenden Strafvollzugssystem.

Von Gefangenen ist häufig der Satz zu hören und zu lesen, dass wer nicht selbst den Knast als Inhaftierter erlebt hat, darüber nicht mitreden könne. Das wird angesichts der Abstrusität der hinter wuchtigen, stacheldrahtbestückten Mauern verborgenen Realität so sein, und doch steckt in dem Versuch, schreibend die erlebte Knastrealität darzustellen, wohl auch ein wenig die Hoffnung, die Distanz zwischen den Menschen drinnen und draußen zu verringern. Im Genre der Literatur und besonders der Gefangenenliteratur liegt offensichtlich eine besondere Chance. Denn diese Literatur ist eine realistischdokumentarische, autobiographische, authentische. Als realistisch beschreibt sie die Knastsituation wie sie den Gefangenen begegnet. Wer sich jetzt als Leser/in ein Bild machen will, findet dies in komplexer konkreter Form vor. Er kann sich im Prinzip darauf verlassen, dass der Schreiber bzw. die Schreiberin dies selbst so erlebt hat, was die Glaubwürdigkeit stärkt. Der Stil ist außerdem ein authentischer, er drückt die Beobachtung einer Realität mit allen Sinnen, Körper, Seele und Geist aus und lässt die vielen bedrängenden, verletzenden Situationen miterleben, die oft genug bis an die Grenzen des Erträglichen oder darüber hinaus gehen. Und es ist genau diese Erfahrung, die den Leser in identifikatorischer Weise in die äußere und innere Welt des Gefangenen hineinzieht, vielleicht als Beginn eines praktischen Engagements. “Die Fiktion ist eine Lüge. Die Wahrheit ist schlimmer” resümiert Kenny Berger, der nun schon seit vier Jahrzehnten beeindruckende Texte im nicht enden wollenden Knast schreibt.

Das Motto der Ausschreibung lautete diesmal »Begegnungen« (vgl. den Aufruf im Anhang). Gibt es in diesem seelenlosen Gemäuer überhaupt so etwas wie Begegnungen? Wenn ja, wie können wir sie uns vorstellen? Was bedeuten sie für Gefangene? Was für das Leben im Knast. Da heißt es in einem Text gleich zu Beginn: »Begegnungen. Blödes Thema! Bin gerade verlassen worden. Die große Liebe, die einzig wahre. unsere Zukunftspläne, die Träume … weg! Einfach weg!«

Es bleibt die bedrückende Einsamkeit zwischen den Wänden der zugesperrten Zelle. Auf der anderen Seite beschreibt ein Autor, in was für einem Schmelztiegel Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen im Knast zusammen kommen.

“Ich schaue mich um, während ich zur Arbeit gehe, flankiert von Beamten, die aufpassen, dass wir uns konform verhalten. Ich beobachte… Lauter Farben, ein bunter Haufen Menschen. Die wenigsten davon sind echte Verbrecher. 70% der Jungs gehören nicht hierher. Doch wir, die deutsche Gesellschaft, mit unserer uneingeschränkten Straflust, wir begegnen den Folgen von Flucht, Armut oder Sucht mit Knast und Kriminalisierung. Die allermeisten sind eigentlich sehr nett. Ungebildet und in schlimmen Verhältnissen groß geworden, sind sie einem Weg gefolgt, der sie letztlich in den Knast brachte. Arabs, Nafris, Russen, Kurden, Türken, Maruks, Südamerikaner, Italiener, Gypsis und Kartoffeln… Habibos, Babas, Morruks, Tschabos und Macker. Wer in fünf Minuten einmal um die Welt will, der muss nur während des Hofgangs von Gruppe zu Gruppe gehen oder von Subkultur zu Subkultur, wie es hier so schön heißt. Man trifft auf so viele unterschiedliche Menschen, so viele Geschichten und so viel Elend, dass es für zehn Leben reicht.”

Das sind die beiden Pole der Begegnungen: der Einsame und Menschen aus aller Welt, zusammengewürfelt und verborgen hinter Gefängnismauern. Zwischen diesen Polen werden von den Gefangenen erstaunlich viele Beispiele von Begegnungen geschildert. Offensichtlich war es den Autoren ein Bedürfnis, Begegnungen, die sie hatten, sich in Erinnerung zu rufen, sie zu reflektieren und in die Öffentlichkeit zu bringen. Es gibt scheiternde Beziehungen, Abstürze in Depression und Verzweiflung, aber auch schöne Freundschaften, lebenswichtig im lebensfeindlichen Knast, Liebe zu Personen draußen, zu Familienmitgliedern, Partnern, Kindern, oft stark beeinträchtigt durch Mechanismen von Knast und Gesetzgebung, es gibt solidarisches Verhalten, auch Fremdheiten, kulturelle Distanzen, Feindschaften, Hierarchien. Bei keinem der Autoren habe ich Rassismus und Gewaltverherrlichung entdeckt, wohl eine realistische Darstellung dieser Phänomene als Teil des Knastalltags. Stattdessen gibt es schöne Darstellungen der Überwindung eigener Vorurteile gegenüber neuen Bekanntschaften, auch schmerzhafte Darstellungen von Suiziden Mitgefangener, bisweilen eines Freundes. Es finden sich zudem Beschreibungen der »anderen Seite« (Beamte, Psychologen, Pfarrer etc.). Negative Erfahrungen bleiben nicht aus, es gibt aber auch positive, in Dankbarkeit formulierte Erwähnungen, teils sogar mit Namensnennung.

All diese Bilder von Begegnungen (es sind über dreißig) werden dargestellt im Rahmen des Knastalltags. Da gibt es Beschreibungen der Zellen, Knasthöfe, Wände, Mauern, des Tagesablaufs, der Begrenzung von Kommunikationsmedien (soziale Medien, Computer), der Besuchsregelungen, Weiterbildungsmöglichkeiten, Überprüfung des Briefverkehrs, Einkauf, Drogen, Subkulturen, Medizin, Bestimmungen zur U-Haft, Schuld, Buße, Rechtsgutachten, Umfang von Strafen etc. Die Liste ließe sich ohne Schwierigkeiten verlängern. Deutlich wird die Komplexität der Darstellungen der Knastrealität sowie des Lebens der Gefangenen. Eine Anthologie wie diese erfüllt den Anspruch eines Informatoriums, wie es weder in der abstrakten Sprache der Wissenschaft noch in der Sprache der Reportagen in der Presse oder im Fernsehen zu finden sein dürfte.

Freilich ist die Qualität der Gefangenenliteratur mit dem Hinweis auf ihre informativen und dokumentarischen Qualitäten noch nicht hinreichend beschrieben. Wichtig ist nicht weniger ihr autobiographischer bzw. ihr authentischer Charakter. Was wir lesen, kommt aus einer unbekannten, abgeschotteten Welt, es ist verbürgt durch Menschen, die sich auskennen in dieser Welt. Als Martin Walser (Schirmherr des IDP 1999) Ende der sechziger Jahre auf diese Welt aufmerksam wurde, empfand er es als einen Skandal, dass in der Demokratie eine solche menschenfeindliche Institution praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit existierte. Er sah allerdings auch, dass nur die Gefangenen in der Lage waren, über ihre Situation zu informieren, da die »bürgerlichen« Schriftsteller aufgrund ihrer sozialen Herkunft zu weit von der Welt des Knastes und der sozialen Herkunft der Gefangenen entfernt waren, als dass sie darüber adäquat hätten berichten können. Unter seiner Betreuung entstanden dann drei Autobiographien von Gefangenen, die bekannteste mit dem Titel »Vom Waisenhaus zum Zuchthaus« von Wolfgang Werner.

Diese Situation hat sich bis heute nicht verändert. Anfang der achtziger Jahre sah es nach der Verabschiedung eines bundesweit geltenden Strafvollzugsgesetzes nach einem Neuanfang aus. Die Gefangenen schrieben in einer gewissen Euphorie eigene Texte, publizierten sie eigenhändig, gründeten sogar kurzfristig einen eigenen Verlag. Eine Reihe von Verlagen und SchriftstellerInnen, darunter Ingeborg Drewitz, unterstützten engagiert die Gruppe schreibender Gefangener, deren Existenz und soziale Lage sie bisher, wie die Gesellschaft insgesamt, zumeist nicht wahrgenommen hatten. Weitere zehn Jahre später war dieser Aufschwung versickert. Das politische Interesse an einer ernsthaften Gefängnisreform tendierte gegen Null, das öffentliche Interesse an gesellschaftlichen Randgruppen, insbesondere den Inhaftierten, nahm, wie damalige Meinungsumfragen belegen, kontinuierlich ab. Es war die Zeit, in der der Ingeborg-Drewitz-Preis gewissermaßen kontrafaktisch gegründet wurde.

Es lohnt, wenigstens kurz auf die Schreibweise der Gefangenen einzugehen, um sich die Wirkung des Schreibens und des Lesens der Gefangenenliteratur, speziell auch der Texte dieser Anthologie bewusst zu machen. Greifen wir noch einmal den schon zitierten Text auf, in dem es hieß: »Begegnungen. Blödes Thema! Bin verlassen worden.« Der Verfasser fährt fort: »Bin fast verrückt geworden. Sie hat es mir beim Besuch gesagt, dass sie sich einsam fühlte, dass sie keine Kraft mehr hatte und sich nach einer Bindung sehnte. Konnte ich ihr nicht geben, weil eingeschlossen. Keine intimeren Kontakte zur Freundin als Händchen halten, sich umarmen und gelegentlich Küsse, wenn’s niemand sah. Für zwei Stunden pro Besuch! Musste ja so kommen … Man ist nicht einsam, wenn man alleine ist. Man ist einsam, wenn niemand an einen denkt, wenn niemand schreibt, niemand zu Besuch kommt.« Nach einem Rückblick auf Begegnungen mit Mitgefangenen kommt er auf seinen Zustand zurück.

»Das Wochenende war echt die Hölle! Musste mich dauernd übergeben, obwohl ich nichts gegessen und nur Tee und Wasser getrunken hatte, Musste mich immerzu erinnern, dass ich auch etwas trank, denn ich hatte gar kein Gefühl dafür, ob mir Wasser fehlte, ich dehydriert war. Die andern konnten mich nicht motivieren, etwas zu machen. Ich saß nur rum und wartete.« Gegen Suizidgedanken wehrt er sich: »Hopps gehen ist aber auch keine Option! Das muss man sich klar machen. Doch kann man sich diesen Gedanken nicht entziehen.«

Für sich zieht der Autor im Hinblick auf die Wirkung des Knasts ein überaus skeptisches Fazit: »Mein Leben, die Dauerschleife. Wenn man alles schon x-mal gesehen und gehört hat, dieselben Wände, dieselben Mauern, dieselben verlorenen Gesichter und dieselben Geschichten über Jahre und Jahre hinweg. Was bleibt dann noch von einem selbst? Was passiert mit der Psyche? Bin ich noch normal? War ich’s je?«

Aber er bleibt bei seinen Reflexionen über den Knast nicht bei sich stehen. »Ich habe nie verstanden, wie sich Menschen hier bessern sollten, noch glaube ich es je zu wissen, eher werden sie schlimmer. Dafür ist die Zusammenarbeit mit den Instanzen, wie dem psychologischen Dienst, zu schlecht, zu überlastet und zu zentralisiert. Die Leute meiden diese Gespräche, weil sie nur allzu oft miterleben, dass man ihnen nicht helfen kann, nicht helfen will, und zum Teil ihre Aussagen und Probleme gegen sie verwendet werden. Sie schweigen lieber und fressen vieles in sich hinein. Was ich stattdessen sehe, ist, wie die Leute von Tag zu Tag kaputter, irrer werden und dann lernen, wie sie das gut verstecken. Was sie unter Resozialisierung verstehen und was sich wirklich hier abspielt, was aus manchen Menschen im Lauf der Zeit wird, ist weit davon entfernt, sozial- oder gesellschaftsfähig zu werden.«

Dies alles zu erleben, zu ertragen, zu wissen übersteigt die Kräfte des Autors, entfremdet ihn von der Welt und sich selbst. »Weg ist die Freiheit! Frei zu sagen, was man möchte. Immer darauf achtzugeben, was man sagt, wie und zu wem man es sagt. Frei zu denken, wie es einem gerade in den Sinn kommt. Die Gedanken, einst frei, hier kann sie jeder erraten, sind nicht mehr die meinen. Fremdgesteuert! Sein, wer man nicht ist, nicht war. Jetzt aber sein muss.«

Zum Schreiben unter diesen Bedingungen merkt er an: »Mein Körper gehört mir und doch nicht! Ist verwahrt. Konserviert? Nein! Verfällt auch, wie alles mit der Zeit. Meine Lust ist mir genommen, an meinem Willen halte ich noch stand. Habe Schwierigkeiten mit dem Text und merke den fortschreitenden Haftschaden. Doch wie die Dinge erklären, die ich gesehen, die ich gemacht habe. Man erwartet es. Ich erwarte nichts, will nur eine Geschichte erzählen. Sollen sie sich ihre Meinung selber machen.«

In mehrfacher Hinsicht lassen die Auszüge dieses Textes typische Züge der Gefangenenliteratur erkennen. Dazu einige Anmerkungen:
Die Texte sind literarische Texte. Sie sind überwiegend »Geschichten« wohl auch wegen der Fragestellung »Begegnungen«. Für die Konstruktion solcher »Geschichten« verwenden die AutorInnen eine Reihe von Genres wie die Erzählung, den Bericht, die Beschreibung, den Essay, die Reportage, die Erörterung, poetische Bilder, Gespräche, literarische Zitate, Rückblenden, Autobiographien, ja auch Gedichte als Selbstbefragungen oder als Naturgedichte. Als literarische Texte erfassen sie zugleich eine Vielschichtigkeit der Thematik so wie sie auch flexibel mit der Sprache sehr anschaulich, konkret Stimmungen und Gefühle ausdrücken können. Wir merken es als LeserInnen durch zarte Formen der Anteilnahme bis hin zu sehr intensiven Identifizierungen. Eben diese Sprache vermittelt neben der Information über die äußere Knastrealität die vielschichtige, tiefsitzende innere Realität der Gefangenen.

Durchgängig koppeln die AutorInnen in ihren »Geschichten« Darstellungen der äußeren und inneren Realität mit kritischen Reflexionen. Ihre Kritik ist oft klar formuliert, heftig, vielleicht auch provozierend, gänzlich fehlt jegliches changierende oder vernebelnde Kauderwelsch, wie wir es sattsam kennen seitens der Verantwortlichen des Knasts und der Politik. Zumeist schließen sich der Kritik der Gefangenen Überlegungen an, wie man in dieser Knastwelt überleben kann. Die Welt des Politischen wird selten angesprochen, wenn dann klingt das so: »Ich bin unendlich vielen und Vielem in diesem “univers aparte”, diesem Reich des Widersinns begegnet, wo weder demokratische Regeln herrschen (zumindest dann nicht, wenn der Gefangene sie für sich reklamiert), noch die vom Grundgesetz geschützten Werte gelten … Sich dem Wahn hingebend, damit die Welt besser zu machen, liefert man Gesetzesbrecher zum Zweck der Läuterung einem System aus, welches selber ständig Gesetze bricht.«

Somit existieren zwei Welten des »Widersinns«: eine im Knast, die andere, verantwortlich für die Parallelwelt, draußen. »Man sollte vielleicht einmal mit dem Irrglauben aufhören, anzunehmen, dass die Menschen diesseits der Mauern in ihren Empfindungen anders wären als die jenseits der Mauer.« Die Sprache dieser Reflexionen ist klar, auf konkreten Beobachtungen fußend, offen, freimütig, radikal, ohne aggressiv zu wirken, und angesichts des Ortes ihrer Entstehung mutig.

Auffällig häufig findet sich der Suizid als Stichwort in den Texten. Großenteils haben die Gefangenen Selbsttötungen aus der Nähe mitbekommen, teilweise sogar sehr persönlich von Freunden aus derselben Zelle. Die Gefangenen reagieren darauf betroffen und mit großer Nachdenklichkeit. Sie fragen nach dem Warum, zumal wenn keine Nachricht hinterlassen worden ist. Sie lernen damit umzugehen, indem sie zu trauern lernen. Sie spüren auch einen Sog, selbst auch auf diese Weise das elende Leben mit den vielen verlorenen Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, Jahrzehnten zu beenden. Und versuchen doch auch, Gedanken dieser Art zu unterdrücken, aus der Furcht, in einen Abgrund zu stürzen.

Nicht von ungefähr findet sich in der Anthologie eine Erzählung mit dem Titel »Begegnung mit Gevatter T.« Wir lesen darin von mehreren Selbsttötungen, u.a. auch über die Trauerfeier für den Mitgefangenen des Gefangenen Silvio T., der sich selbst getötet hatte:
»Als die Pfarrerin über Silvio sprach, konnte Gerhard sich nicht mehr beherrschen und begann zu weinen. Die Tränen liefen ihm übers Gesicht und er konnte sich kaum beruhigen. Es war, als hätten sich lange verschlossene Tore geöffnet. Mit der Trauer um Silvio mischten sich längst vergessen geglaubte Verluste, Selbstvorwürfe und ewig gedeckelte Gefühle. Er dachte an den Sohn eines Mitgefangenen, an das Opfer, welches er selbst getötet hatte, dachte an seinen verstorbenen Vater, den er so lange gehasst hatte, und ihm war, als bräche alles je von ihm erfahrene und verursachte Leid über ihn herein.«

Was wir lesen, ist bedrückend, erschreckend. Formulieren wir die Realität, zumal unter dem Aspekt der geschilderten Suizide bzw. Suizid versuche, in Kategorien der Menschenrechtserklärung, so grenzt vieles an das, was auch als »Weiße Folter« bezeichnet wird. Wir haben früher bereits einen außerordentlich fundierten Essay mit dem Titel: »Wodurch wird Untersuchungshaft zur Folter?« aus der Gefangenenzeitung »Ulmer Echo« (Düsseldorf) mit einem Sonderpreis ausgezeichnet und veröffentlicht. Der Autor setzte sich zunächst mit dem Folterbegriff auseinander und belegte dann in penibler Rekonstruktion den systematischen Verfall eines Gefangenen im Strafvollzug, in Gerichtsverfahren und im Krankenhaus bis zu seinem Tod. Es hat nicht dazu geführt, dass ein Prozess gegen die Verursaeher dieser Folterungen eingeleitet wurde. Wenn die Texte dieser Anthologie offensichtliches Unrecht so anschaulich, glaubhaft in offener, überzeugender Kritik darlegen, so tun sie dieses durchgehend im Gestus der Nachdenklichkeit, Klage und Anklage. Nicht aber des praktischen Widerstandes. Warum nicht? Wir haben, vor derselben Frage stehend, 1995 eine Anthologie mit dem Titel: »Widerstehen im Knast« publiziert. Luise Rinser äußerte sich in ihrem Geleitwort nicht zum Inhalt der Anthologie, wohl aber zum Wert ihres eigenen Schreibens im nationalsozialistischen Gefängnis. »Das Schreiben rettete mich vor der Verzweiflung.«

In einem Essay »Anschreiben gegen die Ohnmacht« (Eindrücke eines Jury-Mitglieds und Preisträgerin) stellt die Autorin fest: »Der Widerstand, eigentliches Ausschreibungsthema, wurde nicht immer direkt thematisiert, doch war er in fast allen Texten zu finden. Wo ziehen wir die Grenze? Ist nicht schon das bloße Schreiben Ausdruck des Nicht-Hinnehmen-Wollens und damit gelebter Widerstand? Auch das Verarbeiten der Gefühle und der Situation, das Hineinflüchten in Texte, der Mut zur Veröffentlichung sind Widerstand. Widerstand gegen diese Entmündigung, gegen dieses Ausgeliefertsein und gegen diese Kälte der Macht.«

Mir scheint, dass trifft die Sache. Das Schreiben ist gelebter Widerstand. Es ist auch ein Schreiben nach draußen, der Suche nach Begegnungen, dem Wunsch, der unmenschlichen Isolation drinnen zu entfliehen, der Hoffnung auf einen Dialog, ein Hilferuf. Wer sich auf die Lektüre von Gefangenenliteratur einlässt, sich entführen lässt in diese widersinnige, unbekannte Welt, kommt nicht umhin, eine Frage zu spüren, die er von ästhetizistischen Lesegewohnheiten nicht kennt: Was können wir tun? Mit anderen Worten: Die Gefangenen haben das Ihre getan, jetzt sind wir dran. In der Welt des Widersinns draußen, die für die Welt des Widersinns drinnen verantwortlich ist.

Unterstellt werden soll aber auch nicht, dass das Schreiben der Gefangenen automatisch beim Schreiben endet. Schon der Kampf um einen Computer ist stressig und führt auch heutzutage immer noch zu Streit und Verboten. Inwieweit der Briefverkehr mitgelesen wird, ist ein Dauerthema in Gesprächen mit Gefangenen. Auch die Möglichkeit, bei der Preisverleihung persönlich anwesend zu sein, wird häufig restriktiv gehandhabt. Wir stellen fest, dass die Anstaltsleitungen in den letzten Jahren immer mehr die Teilnahme der Preisträger erschweren. Ich möchte dazu ein Beispiel anführen, das zugleich zeigt, wie wichtig den Gefangenen der Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis ist und wie sehr sie auch um diesen kämpfen.

Einem Gefangenen (N.N.), Preisträger des Preises 2015, war von der Anstaltsleitung nicht genehmigt worden, den Preis auf der Veranstaltung in Dortmund persönlich entgegenzunehmen. Er legte dagegen noch im Nachhinein vor Gericht Klage ein und bekam durch einen Gerichtsbescheid Recht.

In einem Brief teilte er uns mit:
»Lange hat’s gedauert: immerhin zwei Gerichtsgänge in jeweils zwei Instanzen und insgesamt rund eindreiviertel Jahren … doch nun lege ich Ihnen einen m.E. sehr deutlichen OLGBeschluss vor und bitte um Kenntnisnahme. Ausdrücklich erteile ich meine Erlaubnis und Zustimmung der Weitergabe dieses Beschlusses an Gefangene, die in Zukunft den Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis gewinnen und sich nicht scheuen, sich ggf. gegen die Vollzugsbehörde zu stellen.«

Aus der Begründung des Urteils geht hervor, wie hoch das Gericht die Teilnahme an der Preisverleihung gewichtet und wie sehr es dem Schreiben im Knast auch einen Wert hinsichtlich des Ziels der Resozialisierung zuspricht:
»Bei Ausübung des ihm insoweit eingeräumten Ermessens hat sowohl die Antragsgegnerin als auch die von ihr angefragte Justizvollzugsanstalt Dortmund - zur naheliegenden Durchführung der Ausführung zur Preisverleihung von dort aus - in fehlerhafter Weise allein auf die Personalknappheit abgestellt, ohne die grundrechtliehen Belange des Antragstellers (insbesondere seinen Resozialisierungsanspruch) in der Entscheidung abzuwägen und ohne die konkrete Personal situation an dem fraglichen Tag der Preisverleihung. Allein der Hinweis, die Ausführung könne aus -organisatorischen und personellen Gründen nicht durchgeführt werden, ist ohne jede tatsächliche und umfassende Darstellung der personellen und organisatorischen Situation am fraglichen Ausführungstag nicht ausreichend, die Ermessensentscheidung daraufhin überprüfen zu können, ob ein Ermessensfehlgebrauch vorliegt.« (Auszug aus dem Beschluss des Oberlandesgericht Karlsruhe 1. Strafsenat vom 27. September 2016).

Es ist ein gutes Urteil. Und es ist ein schönes Beispiel für das Engagement eines Preisträgers. Zugleich ein gutes Beispiel dafür, dass das Schreiben der Gefangenen nicht nur nach außen dringt, sondern Teil eines Dialogs sein kann über die mächtigen Mauern einer totalen Institution hinweg.


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